Depressionen? 9 Blogger, die zeigen: Sie sind nicht allein

Diese Blogger haben gelernt offen mit ihrer Erkrankung umzugehen und zeigen so, was Depressionen eigentlich sind – nämlich viel mehr, als nur Traurigkeit

Lisa
Lisa
18. September 2017
Die besten Depressionen Blogs 2017

Die dunkle Wolke ist immer da – nicht immer sichtbar, aber sie lauert doch im Hintergrund, bereit für das nächste Gewitter. Viele Menschen mit Depressionen kennen das. Sie werden von der Wolke verfolgt, die sich drückend auf das Gefühls- und Gedankenleben legen kann und so, Lebensfreude, Mut und Kraft raubt. Genauso kennen das auch die folgenden Blogger, die wir Ihnen vorstellen. Sie leben zum Teil bereits seit mehreren Jahren mit Depressionen und schreiben darüber – als Selbsttherapie, um ihre Geschichte zu erzählen, aber vor allem, um anderen Mut zu machen. Denn auch in einem Leben mit Depressionen kann oft die Sonne scheinen, wenn man einen Weg findet, die Krankheit zu akzeptieren und mit ihr umzugehen. Unsere Top-Blogger haben ihren Weg für sich gefunden, indem sie offen über ihre Depression sprechen: Das zeigt anderen, dass Sie nicht alleine sind, hilft dabei den Mut nicht zu verlieren und nach vorne zu schauen.

Vermissen Sie einen Blog? Haben Sie Anregungen? Schreiben Sie uns gerne weiter unten einen Kommentar.

Depressiv leben

Dennis ist heute wieder mit seinem Leben zufrieden. Doch das war nicht immer so, denn Dennis hatte schon als Kind mit Depressionen zu kämpfen. Mittlerweile steht er offen zu seiner Erkrankung, denn er möchte ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen und Betroffenen und deren Angehörigen Mut machen. Dazu nutzt er seinen Blog, auf welchem er Wege aufzeigt, wie mit Grübeleien umgegangen werden kann, welche Macht Gedanken über einen haben und, wie auch Angehörige mit dem Thema Depressionen umgehen können. Außerdem informiert er ausführlich über unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Auch Menschen, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, sich in Therapie zu begeben, sollten auf dem Blog vorbeischauen. Hier finden sie wertvolle Infos darüber, was auf sie zukommen wird und erfahren, wie wertvoll eine Therapie für das weitere Leben sein kann.

www.depressiv-leben.de

Fräuleins wunderbare Welt

Frauke lädt uns auf ihrem Blog dazu ein, ihre wunderbare Welt mit ihr zu teilen. Eine wunderbare Welt passt zu Depressionen? Ja. Denn Frauke will ihr Leben in positive Bahnen lenken und genau das schafft sie durch das Schreiben. Hierdurch kommt sie auch mit anderen Betroffenen in Kontakt, kann sich austauschen und sich vieles von der Seele schreiben.

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Nach einer akuten Phase, in der die Depression Frauke in den Krankenstand gezwungen hat, läuft ihr Leben nun wieder in geordneteren Bahnen. Dass es immer wieder aufwärtsgeht, zeigt sie durch ihren Blog auch anderen Menschen. Frauke sieht die Depression zwar als Teil von sich selbst – aber eben nicht als den alles beherrschenden Teil. Denn viele andere Dinge machen sie ebenfalls aus. Das spürt man deutlich beim Lesen ihres Blogs, der nachdenkliche Seiten zeigt, aber eben auch, wie schön das Leben sein kann – auch mit Depression.

www.fraeuleins­wunderbarewelt.de

Hoffnungsschein

Natur, Fotografie, Reisen und Sport sind nur vier der Hobbies, denen Annie gerne nachgeht. Diese haben ihr auch durch die Täler geholfen, die sie in den letzten Jahren durchschreiten musste. Denn auch Annie hat Depressionen. Über die dunklen Wolken, die sie deshalb oft begleiten, schreibt sie auf ihrem Blog. Und auch davon, wie sie dafür sorgt, dass sie auch die Sonnenseiten des Lebens genießen kann. Diese Dinge und Situationen nennt sie „Gänseblümchen der Woche“. Egal ob ein schöner Urlaub, das schweißtreibende Sportprogramm, ein leckeres Eis, ein Treffen mit Freunden oder ein gutes Buch. Ein Gänseblümchen für die Seele kann alles sein, was guttut. Damit inspiriert und gibt Annie ihren Leserinnen und Lesern Anregungen, wie sie selbst eine Phase, in der die Depression zuschlägt, mit einem Gänseblümchen für die Seele meistern können.

www.hoffnungsschein.de

Learning to live

Madeline möchte über die Erkrankung aufklären, die sie immerzu begleitet: rezidivierende depressive Störung und Dysthymie (über Jahre gedrückte Stimmung). Irgendwann hat Madeline beschlossen, dass die Lethargie, in die sie oft verfällt, so nicht weitergehen kann und sich in Therapie begeben. Sie schreibt offen darüber, über Depressionen und ihre Symptome und verdeutlicht, dass depressive Menschen nicht einfach nur traurig sind, sondern ernsthaft krank – ohne etwas dafür zu können. Madeline rüttelt wach, ruft dazu auf, sich Hilfe zu suchen und sieht ihren Blog nicht nur als Austauschplattform für Betroffene, sondern auch als einen Ort, um auf möglichst kreative Art und Weise über das alltägliche Leben mit Depressionen zu berichten. Das macht Sie in Form von Erzählungen zu spontanen Alltagserfahrungen, Meinungsbeiträgen, kleinen Kurzgeschichten und ab und zu eben auch mit einer Prise Humor. Mit den Einblicken, die sie in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gewährt, zeigt sie anderen Betroffenen, dass sie nicht alleine sind und ermöglicht gleichzeitig, Menschen ohne Depression, diese Welt ein bisschen besser zu verstehen.

www.learningtolive.de

Lieblingsmensch.me

Wachgerüttelt durch eine persönliche Krise, hat sich Annegret auf die Suche nach sich selbst begeben. Denn sie hat gemerkt, dass ihr eigentlich perfektes Leben gar nicht so perfekt ist, weil sie sich selbst ablehnte. Heute ist Annegret Mitgefühls-Coach und gibt ihre Erfahrungen an andere weiter, damit sie lernen, ihren Blick für sich selbst zu schärfen, sich anzunehmen und zu lieben. Einblick in ihre Arbeit gibt ihr Blog, auf dem sie über Themen schreibt wie emotionale Stabilität, Achtsamkeit, Selbstmitgefühl oder die Fähigkeit, Krisen zu meistern.

blog.lieblingsmensch.me

Living the future

Der Name des Blogs verrät, worum es geht: Um die Zukunft. Genauer gesagt, um die Zukunft des Autors, Uwe. Denn Uwe hat beschlossen, genau diese selbst in die Hand zu nehmen, obwohl oder vielleicht gerade wegen seiner Depressionen und Angststörung, die ihm das Leben nicht immer leichtgemacht haben. Er selbst hat bereits einen Suizidversuch hinter sich und will unbedingt verhindern, dass andere Menschen in eine ähnliche Situation kommen. Deshalb klärt er auf seinem Blog über Depressionen auf, beschreibt, wie er selbst gelernt hat, damit umzugehen und gibt seine Erfahrungen nicht nur hier, sondern auch in seinem Buch und mit diversen Vorträgen weiter. Manchmal ist er der Krankheit sogar ein wenig dankbar. Denn Uwe hat viel über sich selbst gelernt, akzeptiert die dunklen Seiten mittlerweile und weiß heute, dass es völlig in Ordnung ist, sensibel und empfindsam zu sein.

www.livingthefuture.de

Nora Fieling – ja zum Gefühl

Schon früh hat Nora gemerkt, dass sie anders ist als andere, ängstlich, oft traurig, hochsensibel und durch Grübeleien belastet. Mit 18 hat sie erfahren, dass sie Depressionen, eine Borderline-Persönlichkeitsstörung und eine generalisierte Angststörung mit Panikattacken hat. Doch erst Jahre später entschloss sich Nora in einer schweren Phase dazu, einen Blog zu schreiben. Die Informationen, die sie sich selbst gewünscht hätte, um die Diagnose verstehen und besser mit ihr umgehen zu können, schreibt sie heute auf um anderen – aber auch sich selbst – Mut zu machen. Nora verrät, wie sie mit ihren Ängsten umgeht, welche Erfahrungen sie in ihrer Therapie und mit Selbsthilfegruppen gemacht hat und wie sie ihren Alltag gestaltet. Dass Menschen mit psychischen Erkrankungen viel mehr sind als ihre Diagnosen ist dabei nicht nur ihre Überzeugung, sondern beweist Nora unter anderem durch ihre Tätigkeit als ehrenamtliche Peer-Beraterin und Buchautorin. 2018 wird ihr erstes Buch erscheinen, mit dem sie vor allem Eines erreichen will: Angehörige und Betroffene auf ihrem Weg zu unterstützen und ihnen Mut zu machen.

www.nora-fieling.de

Sonnengrau

Tanjas Leben ist sonnengrau. Sie hat 2008 die Diagnose mittelschwere rezidive Depression bekommen. Genau darüber schreibt sie – einen Blog, Bücher oder Gastbeiträge. Auch ihren Lesungen können Betroffene und andere Interessierte lauschen. Das war nicht immer so, denn anfangs wollte sie den Schein waren, obwohl sie sich manchmal wie gelähmt fühlte. Anderen will sie mit ihren Erfahrungen helfen und gewährt tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Seele und ihr Gefühlsleben. Mit einer Depression ist man nicht allein, denn auch dann ist das Leben nicht nur trist und grau, sondern kann auch sonnig sein – sonnengrau eben.

www.sonnengrau.de

„verbockt!“

„verbockt“ – das bedeutet für den Autor des Blogs so vieles: Es handelt es sich dabei nämlich nicht nur um ein Wortspielt mit seinem Nachnamen „Bock“, sondern es spiegelt auch sehr treffend einige Situationen aus seiner Vergangenheit wider und steht darüber hinaus für den Zustand, in dem sich „Herr Bock“ während seiner Depression befindet. Mit seinem Blog möchte er endgültig aufhören, sich selbst und anderen etwas vorzuspielen und gewährt tiefe Einblicke in sein Leben mit Depressionen. Dabei regen seine Beiträge nicht nur zum Nachdenken an. Betroffene können sie als Hilfestellung sehen und finden sich sicher an der ein oder anderen Stelle wieder. In seinem Blog und auch in Vorträgen, die der Autor hält, geht es Herrn Bock aber nicht darum, Tipps zu verteilen oder vermeintliche Heilmittel anzupreisen. Als „Sprachrohr für Betroffene“ möchte er aufklären und offen darüber sprechen, mit welchen Gedanken und Gefühlen sich depressive Menschen beschäftigen.

www.verbockt.com

Welche Blogs zum Thema Depressionen lesen Sie gerne? Haben Sie weitere Anregungen? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.


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