Unterstützung bei Morbus Crohn: Mehr als nur miteinander sprechen

Leben mit Morbus Crohn: Tipps für Angehörige - Teil 2

Michaela Schara
Michaela Schara
27. Juli 2017
Gespräche unterstützen Angehörige bei Morbus Crohn

Im zweiten Teil unserer Reihe „Leben mit Morbus Crohn - Tipps für Angehörige“, rät unsere Gast-Autorin Michaela Schara zu einem offenen und vor allem ehrlichen Umgang miteinander. Denn um den heißen Brei herumzureden, bringt weder Betroffene, noch Angehörige weiter. Fragen wollen beantwortet und Ängste angesprochen werden. Und Ehrlichkeit sollte doch immer die Basis jeder Beziehung sein – egal ob mit dem Partner oder der Partnerin, Freunden oder der Familie. Kommt eine chronische Erkrankung wie Morbus Crohn ins Spiel, wird ein ehrlicher Umgang noch wichtiger. Denn dieser sorgt nicht nur für gegenseitiges Verständnis und eine stabile Basis für das Miteinander, sondern auch dafür, dass die Krankheit irgendwann zumindest einen Teil ihres Schreckens verliert.

Teil 2: Ehrlichkeit

„Ehrlichkeit“, das könnte man als Fortsetzung zum lezten Tipp „Reden, reden, reden, reden, ...“ betrachten, aber es geht im Detail tiefer: ein offener und ehrlicher Umgang miteinander ist eine große Hilfe – sofern es der oder die Kranke erträgt und auch will. Es gibt so unendlich viele Fragen auf beiden Seiten, die man sich im Laufe einer chronischen Erkrankung stellen muss und soll. Da braucht es Ehrlichkeit und immer wieder neu erarbeitetes Verständnis füreinander.

Das Wichtigste ist, dass man aufkommenden Ängsten den Wind aus den Segeln nimmt und sie anspricht – egal aus welcher Richtung sie kommen und um welches Thema es geht. Sowohl im Gespräch mit den Ärzten, aber auch mit der Familie und das gilt in beide Richtungen. Es ist ein Zeichen von Fairness dem Partner, der Partnerin gegenüber, als Kranke°r, aber auch als Gesunde°r, die eigenen Ängste und Bitten klar zu kommunizieren.

„Seid bereit eine ehrliche Antwort zu hören.“

Gedankenlesen ist leider sehr unzuverlässig, so gut wie nirgends vorhanden und auch Empathie wurde nicht jedem mitgegeben. Wenn man nicht sagt, was einen belastet oder mitteilt, welche Bedürfnisse man hat und was man sich wünscht, dann wird es der°die andere nie erfahren und kann auch nicht darauf reagieren.

Versucht Beiläufigkeitsfallen zu vermeiden – wenn ihr fragt, wie es einem geht, dann seid bereit eine ehrliche Antwort zu hören. Oder sagt, dass es sich um eine Floskel handelt, damit ihr nicht mit etwas konfrontiert werdet, das ihr nicht hören wollt. Hilfreich sind interne Formeln, à la „Und wie geht es dir wirklich?“, womit man als CED-Patient°in dann weiß, dass da eine°r die brutale Wahrheit hören will und bereit ist, sie zu ertragen.

„Das ist mühsame Arbeit, aber es ist eine die sich lohnt und irr viel hilft, auf allen Seiten.“

Fragen stellen und lernen, dass man mitunter auch Antworten bekommt, die einem nicht gefallen könnten oder Aha-Erlebnissen begegnet. Empathie entwickeln und Bedürfnisse besprechen. Sich auf der viel gepriesenen Augenhöhe ehrlich und offen miteinander unterhalten. Und wenn man dann noch das klassische Kommunikationsprinzip von der Ich-Botschaft beachtet, anklagende Vorwürfe vermeidet, dann ist man auf dem besten Weg die zwischenmenschliche Basis stabil zu halten.

Das ist mühsame Arbeit, aber es ist eine die sich lohnt und irr viel hilft, auf allen Seiten.

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