Tabuthema Depression am Arbeitsplatz: Die Infografik zum Welttag der seelischen Gesundheit 2017

Erfahren Sie das Wichtigste über Depressionen am Arbeitsplatz und wie Sie damit umgehen

Lisa
Lisa
9. Oktober 2017

Psychische Erkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen und Burnout, sind heutzutage eine der weltweit häufigsten Ursachen für lange Fehlzeiten am Arbeitsplatz, sinkende Produktivität und vorzeitigen Ruhestand. Der alljährlich am 10. Oktober stattfindende „Welttag der seelischen Gesundheit“ (World Mental Health Day) möchte in diesem Jahr genau auf dieses Problem aufmerksam machen und steht daher unter dem Motto „Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz“ (Mental Health in the Workplace). Denn psychische Erkrankungen haben nicht nur Folgen für das Privatleben der Betroffenen, sondern wirken sich auch auf das Arbeitsleben aus. Alleine 2015 wurden rund 16% der Fehltage durch psychische Erkrankungen verursacht.

Die dabei am häufigsten auftretende psychische Erkrankung, wegen der Arbeitnehmer krankgeschrieben werden, sind Depressionen. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass jährlich allein in Deutschland rund 5,3 Millionen Menschen an einer Depression erkranken – Tendenz steigend.

Damit betrifft die psychische Gesundheit nicht nur den einzelnen Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen in dem dieser tätig ist. Doch Unternehmen sollten diese Information nicht als Hiobs­botschaft verstehen, sondern vielmehr als Aufruf und als Chance, Angestellte zu unterstützen und positiv auf ihre Gesundheit und damit die Arbeits­leistung einwirken zu können. Denn Vorgesetzte und Manager spielen eine wichtige Rolle beim richtigen Umgang mit mentaler Gesundheit und sollten wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen, um die psychische Gesundheit von Mitarbeitern nachhaltig zu verbessern.

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Immer mehr Unternehmen kümmern sich deshalb auch um die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter, indem sie spezielle Gesundheits­maßnahmen, wie Meditations­kurse oder Stress­bewältigungs­seminare bezuschussen.

Doch nach wie vor wird über das Thema Depressionen oder die Folgen von zu viel Stress am Arbeitsplatz, die in Burnout münden können, nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen.

Dabei sollten Themen, wie mentale Gesundheit und psychische Erkrankungen auch am Arbeitsplatz kein Tabuthema sein. Stattdessen gilt es, auch am Arbeitsplatz, Hand in Hand zu arbeiten, um die besten Bedingungen zu schaffen, psychischen Erkrankungen vorzubeugen, über diese offen zu sprechen, Betroffene zu unterstützen und ihnen auch den Wieder­einstieg in den Arbeits­alltag zu erleichtern.

Aufklärung und mehr Bewusstsein gegenüber Depressionen können dabei helfen, dieses Umdenken in der Gesellschaft und Unternehmen zu unterstützen. Aus diesem Grund haben wir die folgende Infografik erstellt. Denn es gilt über Depressionen aufzuklären, Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen und der immer noch verbreiteten Stigmatisierung entgegenzuwirken.

Infografik zum Welttag der seelischen Gesundheit 2017
Depression verstehen und überwinden - die Infografik zum Welttag der seelischen Gesundheit 2017

Depression – Was ist das?

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in erster Linie durch längere Episoden – durchschnittlich spricht man von 16 Wochen – von gedrückter Stimmung, Interessenverlust und Freudlosigkeit sowie Antriebslosigkeit und dem ständigen Gefühl von Müdigkeit äußert. Hinzu können weitere Symptome kommen, wie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, ein vermindertes Selbstwertgefühl und das Gefühl, wertlos zu sein. Außerdem kommen bei Depressionen häufig negative Gedanken vor und eine pessimistische Vorstellung von der eigenen Zukunft. Körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Kopf- und Magenschmerzen treten ebenfalls in vielen Fällen auf. Wenn die Depression besonders schwerwiegend ist und nicht behandelt wird, haben Betroffene manchmal Suizidgedanken. So spielen in mindestens 50% der rund 10.000 Suizidfälle in Deutschland Depressionen eine zentrale Rolle.

Depression im Arbeitsleben – wie gehe ich damit um?

Wie geht man im Arbeitsleben mit einer Depression um? Der erste Schritt zur Genesung ist immer, sich einzugestehen, dass man eine Depression hat und bereit ist, sich Hilfe zu holen. Ob sie Ihrem Chef und den Kollegen von Ihrer Erkrankung erzählen, bleibt Ihnen überlassen. Belasten Sie Ihre Aufgaben, die Arbeitsatmosphäre oder der Druck im Arbeitsalltag zusätzlich, sollten Sie dies ansprechen, um eine Besserung erreichen zu können. Doch hat die Arbeit selbst nichts mit Ihrer Erkrankung zu tun und wirkt sie sich nicht darauf aus, sollten Sie es vom Betriebsklima und dem Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen abhängig machen, ob Sie von Ihrer Erkrankung erzählen möchten oder nicht. Entschließen Sie sich zu einer stationären Therapie oder einer Reha, um die Batterien wieder aufzuladen, sind Sie längere Zeit krankgeschrieben. Doch auch dann sind Sie nicht dazu verpflichtet, über die Diagnose und die genauen Gründe Ihrer Abwesenheit zu sprechen.

Das können Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun

Während vor einigen Jahren Depressionen noch ein absolutes Tabuthema am Arbeitsplatz waren, findet langsam ein Umdenken statt. Viele Unternehmen investieren mehr in das betriebliche Gesundheitsmanagement. In Bezug auf die psychische Gesundheit sollten Unternehmen in erster Linie für eine ausgeglichene Work-Life-Balance sorgen, damit die Angestellten genügend Freizeit haben und außerdem vor zu großer Belastung geschützt sind. Eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben sind eine gute Basis für die seelische Gesundheit. Spezielle Ernährungsangebote mit Obst, gesundem Essen in der Kantine und auch Sportangebote können ebenfalls zum psychischen Wohlbefinden beitragen. Angebote für Fitnessstudios und Sportkurse können finanziell vom Arbeitgeber unterstützt werden. Gesundes Essen und Sport wirken sich nicht nur nachweislich darauf aus. Auch das Gefühl der Wertschätzung, das Angestellte durch solche Maßnahmen erfahren, ist gut für Geist und Seele.

Diese Apps können bei der Therapie unterstützen

Schon mit kleinen Maßnahmen können auch die Mitarbeiter selbst ihren Gesundheitszustand positiv beeinflussen. Apps sind beispielsweise eine große Hilfe, wenn es darum geht, die Therapie in den Alltag zu integrieren. Um für die nötige Entspannung zu sorgen, kann z.B. die App 7Mind helfen. Sie führt durch Meditationsübungen und sorgt für Achtsamkeit im Alltag.
Die App bietet auch Neulingen Hilfestellung, denn Sie gibt u.a. Tipps zur richtigen Sitzhaltung beim Meditieren. Je nach Gemütszustand, können Sie sich die passenden Übungen aussuchen, durch die eine angenehme Stimme führt.
Wer sich mit Schlafproblemen quält, sollte besonders auf einen erholsamen Schlaf achten. Hierfür können Sie Sleep Better von Runtastic nutzen. Die App analysiert die Schlafphasen und sorgt dank Schlafphasenwecker für einen erholsamen Start in den Morgen.
Mit iFightDepression kann es gelingen, eine Depression rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Hilfe zu suchen. Ein spezielles Online-Training fördert die Genesung, indem es dabei hilft, besser mit den Symptomen zurechtzukommen.
In der gesamten Therapie und auch darüber hinaus, ist es wichtig, Symptome, Wohlbefinden und Stimmung im Auge zu behalten. Das gelingt mit MyTherapy. Die App erinnert außerdem zuverlässig an Medikamente wie Antidepressiva.

Diese Organisationen & Selbsthilfegruppen können helfen

Doch nicht nur durch Apps können bei der Therapie unterstützen. Es gibt neben hilf- und lehrreichen Blogs zum Thema, einige Selbsthilfegruppen und Organisationen, die sich auf das Thema Depressionen spezialisiert haben und telefonische, sowie persönliche Beratungsgespräche anbieten. Weitere Informationen finden Sie beispielsweise hier:

Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen, wenn Sie Depressionen haben. Benötigen Sie akut Hilfe, haben Sie die Möglichkeit, sich an das Info-Telefon Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe unter 0800 33 44 5 33 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 zu wenden. Im Notfall kontaktieren Sie bitte unbedingt den Notarzt unter 112.


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