Haut und Seele: Wie Psoriasis und Psyche zusammenhängen

Hauterkrankungen wie Psoriasis wirken sich häufig auf das seelische Wohlbefinden aus – und können durch psychische Belastungen wie etwa Stress getriggert oder verstärkt werden. Scham, Angst und Depression sind oft Folgen der sichtbaren Hautveränderungen. Doch es gibt Hilfe und Wege, die eigene psychische Gesundheit bei Psoriasis zu stärken.

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Barbara
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Haut und Psyche hängen eng zusammen. Eine Frage, die sich dazu vielen stellt: Sind meine psychischen Belastungen der Auslöser meiner Psoriasis oder führt meine Psoriasis zu psychischen Belastungen? Genau lässt sich das leider nach wie vor nicht beantworten. Klar ist aber, dass beide Faktoren einander jeweils bedingen können. Depression, Angst und Stress können die Symptomatik von Psoriasis jedenfalls aufrechterhalten oder verstärken - ein guter Umgang mit der großen psychischen Belastung kann helfen, einen Weg aus der Abwärtsspirale zu finden.

Gibt es psychische Ursachen für meine Schuppenflechte?

Sehr viele Menschen mit Psoriasis fragen sich, wodurch Ihre Erkrankung ausgelöst wurde. Leider weiß die Wissenschaft noch nicht genau, welche Faktoren zusammenkommen müssen, damit Psoriasis entsteht. Jedenfalls ist klar, dass es sich um Entzündungsprozesse handelt und auch, dass eine genetische Veranlagung vorhanden sein muss. Um die Erkrankung auszulösen müssen allerdings noch weitere Faktoren hinzukommen. Das können sowohl psychische Faktoren sein als auch Infektionskrankheiten, äußere Verletzungen oder Reizungen sowie hormonelle oder umweltbedingte Einflüsse.

Definitiv sagen lässt sich aber: Die negativen Auswirkungen der Erkrankung auf die Psyche lassen sich nicht abstreiten. Warum die Psyche so stark mitbeteiligt ist? Zum einen fördert der chronisch-entzündliche Prozess, der bei Psoriasis im Körper abläuft, Depressionen. Es handelt sich also um eine physiologisch bedingte höhere Anfälligkeit für Depression, die nicht unterschätzt werden sollte. Zum anderen bringt Psoriasis oft Schamgefühle, Unsicherheit und Ängste mit sich, die einen großen Einfluss auf die mentale Gesundheit haben können.

Scham, Unsicherheit und Rückzug

Scham – vor allem über das eigene Erscheinungsbild - ist bei Menschen mit Hauterkrankungen oft stärker ausgeprägt als bei Menschen ohne Hauterkrankungen. Man versucht, die Haut oder die betroffenen Stellen mit Kleidung zu verdecken, vermeidet Schwimmbadbesuche oder andere soziale Situationen, in denen viel Haut gezeigt wird. Schamgefühle können so weit gehen, dass man sich nicht einmal mehr im Spiegel anschauen oder die eigene Haut berühren möchte. Das fehlende „Wohlfühlen im eigenen Körper“ kann auch zu Problemen in intimen Beziehungen und der Sexualität führen. Findet mich meine Partnerin/mein Partner attraktiv, auch wenn ich es selbst nicht tue?

Doch Scham ist nicht der einzige Auslöser von Ängsten und Depression in Verbindung mit Psoriasis. Wie bei vielen anderen chronischen Erkrankungen auch gibt es eine große Anzahl an Faktoren, die sich negativ auf das seelische Wohlbefinden und die Lebensqualität auswirken. Dazu zählt unter anderem die oft schwierige Suche nach einem guten Behandlungsteam und einer passenden Behandlung ohne starke Nebenwirkungen. Oder der Umgang mit dem Verlust einer bestimmten Vorstellung der eigenen Zukunft. Oder die Tatsache, dass man sich im eigenen Körper einfach nicht mehr wohlfühlt – nicht nur wegen des Aussehens, sondern wegen Symptomen wie Juckreiz oder gar Schmerz.

Folgen der Selbstisolation

Scham, Schmerz, Angst und Depression schränken ein: Man zieht sich aus dem Leben zurück und isoliert sich. Leider können sich Depressionen und Ängste dadurch noch weiter verstärken. Es kann passieren, dass ein Teufelskreis aus Rückzug, Ängsten und Depression in Gang gesetzt wird. Hinzu kommt, dass Haut und Psyche eng zusammenhängen und negative Emotionen, wie Scham und Ängste die Symptomatik verschiedener Hauterkrankungen aufrechterhalten oder sogar verstärken können.

Wie helfe ich mir selbst bei Stress, Angst und Depression?

Schuppenflechte Stress
  • Suchen Sie Anschluss. Bleiben Sie in Kontakt mit Freunden und Familie und nehmen Sie so weit möglich an sozialen Aktivitäten teil. Auch wenn es anfangs schwer ist: Es kann hilfreich sein, offen über die eigene Erkrankung zu sprechen. So muss man nichts verbergen und kann sich voll und ganz auf die gemeinsamen Momente einlassen.
  • Tun Sie Dinge, die Ihnen guttun. Lebt man mit einer chronischen Erkrankung wie Psoriasis kann der Alltag schnell von Arztterminen überschattet sein. Ängste vor der Zukunft und unangenehme Symptome machen es manchmal schwer, das Leben zu genießen. Darum ist es umso wichtiger, bewusst Aktivitäten zu planen, auf die man sich freuen kann. Fragen Sie sich: Wann geht es mir am besten? Was genieße ich? Ein Waldspaziergang vielleicht oder ein schönes Abendessen? Ein Buch lesen oder kreativ werden? Vergessen Sie nicht, dass das Leben schön sein kann und noch viele wunderbare Momente für Sie bereithält.
  • Suchen Sie sich Unterstützung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wenn Sie sich durch Psoriasis psychisch stark beeinträchtig fühlen, zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin darauf anzusprechen. Sie fühlen sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht gesehen? Suchen Sie nach einer Spezialistin oder einem Spezialisten, mit dem Sie sich gut austauschen können. Leider ist das nicht immer so einfach – aber geben Sie nicht auf. Nutzen Sie zum Beispiel die Ärzteliste des Psoriasis-Bundes oder die Seite psonet. Sie können im Vorfeld und als Vorbereitung auf das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt den Fragebogen zur Dermatologischen-Lebensqualität (DLQI) - ebenfalls bereitgestellt auf der Website des Psoriasis-Bundes - ausfüllen. Dieser Fragebogen zeigt an, wie sehr Ihre Hauterkrankung Ihr Leben in den vergangenen 7 Tagen beeinflusst hat. Den DLQI finden Sie unter anderem auf der Internetseite des Deutschen Psoriasis Bundes.
  • Therapie kann helfen. Psoriasis lässt sich gut mit verschiedenen Medikamenten behandeln. Doch wenn die Psyche leidet, reicht das oftmals nicht aus. So zeigte sich in einer Studie, dass die Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit ihrem Hautbild subjektiv nicht zufrieden war, auch wenn es in den Augen der behandelnden Dermatologinnen und Dermatologen objektiv zu einer Verbesserung gekommen ist. Besonders Verhaltenstherapie kann sehr hilfreich dabei sein, einen guten Umgang mit der eigenen Erkrankung zu erlernen. Holen Sie sich Unterstützung von einem Ansprechpartner, der Ihre Sorgen und Probleme nachvollziehen kann und mit Ihnen gemeinsam an Lösungswegen arbeitet.

Tipp: Sie finden diesen Text und viele weitere hilfreiche Inhalte auch in der MyTherapy für Psoriasis App.

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