Arthrose – 6 goldene Regeln bei Gelenkverschleiß

Diese 6 Tipps und Tricks können dabei helfen die Gelenke noch möglichst lange schmerzfrei und beweglich zu halten

Lisa
Lisa
16. November 2018
Mann mit Arthrose beim Walking am Strand

Von der Arthrose können Knie, Hüfte aber auch andere Gelenke betroffen sein. Im Wesentlichen verschleißt bei Arthrose der Knorpel, der den Druck gleichmäßig auf die Gelenke verteilen soll, wodurch wiederum der Abstand zwischen den Knochen immer geringer wird. Der Knorpel, der eigentlich als Schutzschicht und eine Art Stoßdämpfer dient, kann seine Funktion nicht mehr richtig erfüllen. Durch den Abrieb von Gelenkknorpeln können sich schließlich auch die Knochen verändern. Das Gelenk selbst entzündet sich, schwillt an und verursacht den „Arthrose-typischen“ Schmerz. Daneben ist aber auch die Morgensteifigkeit ein Symptom, welches häufig bei Arthrose auftritt. Normalerweise sind vor allem ältere Menschen von der degenerativen Gelenkerkrankung betroffen. Durch angeborene Fehlstellungen, besondere Belastungen oder auch Verletzungen, kann die Arthrose ebenfalls zusätzlich begünstigt werden. Verwechselt wird die Arthrose im Übrigen oft mit der rheumatoiden Arthritis, einer chronischen Gelenkentzündung, bei der es sich allerdings um eine Autoimmunerkrankung handelt.
Heilbar ist die Arthrose bisher nicht. Allerdings können die Schmerzen durch verschiedene Maßnahmen gelindert und der Gelenkverschleiß verlangsamt werden. Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen oder Gehilfen aber auch schmerzlindernde Medikamente können zur Therapie eingesetzt werden. Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, kann auch eine Operation eine Möglichkeit sein. Mittlerweile existieren neben herkömmlichen gelenkerhaltenden Operationen oder dem Einsatz künstlicher Gelenke auch minimalinvasive Methoden, um die Arthrose operativ zu behandeln. Damit es so weit aber gar nicht erst kommt und Sie eine mögliche OP so weit wie möglich verzögern oder sogar ganz vermeiden können, hier ein paar Regeln, um die Gelenke noch möglichst lange schmerzfrei und beweglich zu halten.

1. Schonen Sie verletzte Gelenke drei Monate lang

Jeden Tag sind unsere Gelenke einer enormen Belastung ausgesetzt. Um dieser Belastung standzuhalten, müssen die Gelenke stabil sein. Ist ein Gelenk verletzt, benötigt es daher länger als eine Schnittwunde oder eine Muskelverletzung, bis es wieder vollständig belastbar ist. Immerhin muss sich das einst robuste Gewebe erst wieder vollständig erholen. Ein verletztes Gelenk sollte daher auf keinen Fall zu früh wieder voll belastet werden. Denn in einem solchen Fall verlangsamt sich nicht nur der Heilungsprozess. Es kann sogar so weit kommen, dass das Gelenk dauerhaft beschädigt wird. Schonen Sie Ihre Gelenke deshalb drei Monate, selbst wenn Sie keine Schmerzen haben, bevor Sie sie wieder voll belasten.

2. Verwenden Sie keine Wärme bei Entzündungen

Wärmen oder Kühlen? Das ist oft die Frage, wenn die Gelenke schmerzen und man sich unbedingt ein wenig Linderung verschaffen möchte, ohne gleich zu starken Schmerzmitteln greifen zu müssen. Sie sollten sich unbedingt merken, dass Sie ein Gelenk, das entzündet ist, niemals wärmen sollten. Denn Wärme würde die Entzündung noch weiter verschlimmern. Ob es sich um eine Entzündung handelt, erkennen Sie vor allem daran, dass die betroffene Region gerötet und geschwollen ist und sich warm anfühlt. Organisieren Sie stattdessen einen Kühlpack beziehungsweise eine kalte Kompresse und legen Sie dies auf die entzündete Stelle oder reiben diese mit kühlenden Salben oder Gels ein. Durch das Kühlen verlangsamt sich der Stoffwechsel, die Reizung der Gelenkhaut wird gelindert, die Schwellung geht zurück und der Schmerz lässt nach. Beachten sollten Sie allerdings, dass zu langes Kühlen mit zu kalten Kompressen ebenfalls nicht gesund ist. Bevor Sie Maßnahme ergreifen, sollten Sie diese allerdings mit Ihrem Arzt absprechen und klären, ob es sich tatsächlich um eine Gelenkentzündung handelt.

3. Bewegen Sie sich – aber in Maßen

Bei Schmerzen neigen wir dazu, uns zu schonen. Im Fall von Arthrose bedeutet das, dass wir die betroffenen Gelenke lieber nicht bewegen, aus Angst vor noch größeren Schmerzen. Dieser Ansatz ist aber falsch. Vielmehr sollten Sie Ihre Gelenke aktiv halten. Schonende Sportarten wie Schwimmen, Fahrrad fahren, Gymnastik oder Walking sind wohltuend für Ihre Gelenke. Auch tägliche Spaziergänge sollten Sie in Ihren Alltag integrieren. Denn Bewegung verhilft zu einer besseren Durchblutung der Knorpel und treibt die Regeneration voran. Mit sportlichen Aktivitäten können Sie dafür sorgen, dass die Gelenke nicht im wahrsten Sinne des Wortes „einrosten“, sondern beweglich bleiben. Wer regelmäßig Sport treibt, hat außerdem eine gesündere und aufrechtere Körperhaltung, was den Bewegungsapparat entlastet und der Arthrose entgegenwirkt beziehungsweise dieser vorbeugt. Sie sollten es mit dem Sport aber nicht übertreiben. Denn bei manchen Sportarten – solchen mit abrupten Bewegungsänderungen und schnellem Abstoppen wie beispielsweise Fußball oder Tennis - werden die Gelenke zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen.

4. Ernähren Sie sich gesund

Wie bei vielen Erkrankungen spielt auch bei Arthrose die Ernährung eine wichtige Rolle. Eine strenge Diät müssen Sie dabei aber nicht einhalten, sofern Sie nicht übergewichtig sind. Sie sollten insgesamt darauf achten, nicht zu viele tierische Fette zu sich zu nehmen, weshalb Sie auf rotes Fleisch und Wurst so weit wie möglich verzichten sollten. Denn durch diese Ernährung entsteht ein Harnsäureüberschuss, der schließlich zur Entzündung der Gelenke führt. Auch durch zu hohe Blutzucker- oder Fettwerte wird der Gelenkverschleiß begünstigt. Eine ausgewogene Kost mit einem Schwerpunkt auf mediterraner Küche wird bei Arthrose empfohlen. Fisch mit seinen wertvollen Omega-3-Fettsäuren, Obst, Gemüse und pflanzliche Öle sollten auf Ihrem Speiseplan stehen.

5. Achten Sie auf Ihr Gewicht

Neben der gesunden Ernährung, die sich direkt positiv auf Ihre Gelenke auswirken kann, ist sie natürlich auch wichtig, um abzunehmen. Denn Übergewicht schadet Ihren Gelenken enorm, weshalb Sie darauf achten sollten, Normalgewicht zu halten oder dorthin zu gelangen. Hohes Gewicht sorgt dafür, dass die Gelenke noch stärker als normal belastet werden, was wiederum zu einer stärkeren Abnutzung führt. Dies gilt zwar für alle Gelenke – für Hüft- und Kniegelenk allerdings im Speziellen, da diese besonders viel Gewicht tragen müssen und somit sehr beansprucht werden. Schon ein paar Kilo weniger können sich positiv auf Ihre Gelenke und natürlich auf Ihr Wohlbefinden insgesamt auswirken.

6. Nehmen Sie ausreichend Vitamine zu sich

Sie sollten außerdem darauf achten, ausreichend Vitamine zu sich zu nehmen. Vitamin C, das beispielsweise in Zitrusfrüchten, Kohl, Paprika, Petersilie und Beeren enthalten ist, darf nicht fehlen. Immerhin trägt es gemeinsam mit Vitamin D zur Synthese der Knorpel und damit auch zu deren Erhalt bei. Vitamin D bildet der Körper automatisch mit Hilfe des Sonnenlichts. Da es besonders in den Wintermonaten an Sonne aber häufig mangelt, sollten Sie auf eine Vitamin-D-reiche Ernährung mit beispielsweise Fisch achten. Auch Vitamin E, das in Walnüssen, Vollkornprodukten, Mandeln oder Pflanzenölen vorkommt, ist bei Arthrose hilfreich, da es die Knochen stärkt.

Wenn Sie sich an diese Regeln halten, haben Sie gute Chancen, die Arthrose lange in Schach zu halten und Ihr Leben ganz ohne Schmerzen in vollen Zügen zu genießen.


Das könnte Sie auch interessieren:

MyTherapy Arthrose Therapie App

Die App für Menschen mit Arthrose

Dank Erinnerung an Bewegungs­trainings, die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und Vitaminen und integriertem Symptom­tagebuch kann MyTherapy eine wertvolle Stütze bei der Therapie von Arthrose sein.