Diabetes auf dem Vormarsch: Was Sie über die unterschätzte Volkskrankheit wissen sollten

Etwa 6,7 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes – Tendenz steigend. Welche Diabetes Typen es gibt, wie sie entstehen und wie sich die Zuckerkrankheit äußert, erfahren Sie hier.

Lisa
Lisa
14. November 2017
Diabetes in Deutschland auf dem Vormarsch

Die Zahlen sind alarmierend: Alleine in Deutschland leben derzeit rund 6,7 Millionen Menschen mit Diabetes. Damit zählt Diabetes bereits heute zu einer der größten Volkskrankheiten in Deutschland. Doch damit nicht genug. Jedes Jahr kommen Schätzungen zu Folge 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Bis zum Jahr 2030 wird daher damit gerechnet, dass hierzulande bis zu 8,4 Millionen Menschen mit Diabetes leben werden. Angesichts dieser stark wachsenden Anzahl an Diabetes-Patienten und damit verbundenen enormen jährlichen Kosten von rund 35 Milliarden Euro, die dem Gemeinwesen in Deutschland jedes Jahr durch Diabetes und seine Folgeerkrankungen entstehen, ist Aufklärung im Bezug auf Diabetes dringend notwendig. Zum heutigen Weltdiabetestag 2017 möchten wir deshalb über die Erkrankung aufklären und einen Überblick darüber geben, was Diabetes überhaupt ist, was die verschiedenen Diabetes Typen ausmacht, wie sie entstehen und was man selbst aktiv tun kann, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

Typ-2-Diabetes: Die Stoffwechselerkrankung

Typ-2-Diabetes ist die mit Abstand häufigste Form von Diabetes, die im Volksmund auch unter der „Zuckerkrankheit“ bekannt ist. Immerhin 6,2 Millionen Menschen in Deutschland haben diese Form von Diabetes. Das sind über 90% der Diabetes-Fälle. Diabetes Typ 2 ist eine Stoffwechselerkrankung, die dazu führt, dass sich der Blutzuckerspiegel erhöht. Es ist allerdings keine Erkrankung, die plötzlich auftritt. Typ-2-Diabetes entwickelt sich vielmehr schleichend in einem mehrstufigen Prozess. Obwohl der Körper zunächst noch Insulin produziert, reicht die Menge an Insulin irgendwann nicht mehr aus, um den Bedarf der Körperzellen zu decken.

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Das Insulin entfaltet seine Wirkung nicht mehr und die Körperzellen sprechen immer weniger darauf an, bis es zu einer Insulin-Resistenz kommt. Das Insulin kann den Zucker aus dem Blut dann nicht mehr in die Zellen transportieren. Der Körper versucht daraufhin zu reagieren, indem er vermehrt Insulin produziert. Es kommt zu einer Insulin­überproduktion, woraufhin die Funktion der insulin­produzierenden Zellen nachlässt, bis sie vollständig zum Erliegen kommt und ein absoluter Insulinmangel entsteht. Verantwortlich für diese Insulin-Resistenz sind vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel, aber auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle.

Typ-1-Diabetes: Die Autoimmunerkrankung

Typ-1-Diabetes entwickelt sich meist schon im Kindes- oder Jugendalter und macht rund fünf Prozent aller Diabetes Erkrankungen in Deutschland aus. Bei dieser deutlich selteneren Diabetes Form richtet sich das Immunsystem gegen die körpereigenen insulinproduzierenden Zellen und zerstört diese. Das führt dazu, dass der Körper selbst kein Insulin mehr produzieren kann. Das hat einen Insulinmangel zur Folge, der dafür sorgt, dass der Zucker nicht mehr in die Zellen gelangen kann, sondern sich im Blut sammelt. So entsteht ein hoher Blutzuckerspiegel. Aus diesem Grund müssen Menschen mit Typ-1-Diabetes regelmäßig Insulin zuführen. Das erfolgt in der Regel mit Hilfe eines Injektionsgerätes (auch Pen genannt) oder mittels einer Insulinpumpe. Warum sich das Immunsystem gegen die körpereigenen insulinproduzierenden Zellen richtet ist übrigens bisher nicht sicher geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass dafür sowohl genetische Faktoren als auch verschiedene Umwelteinflüsse verantwortlich sind.

Seltene Diabetes-Formen: Diabetes Typ 3

Unter Typ-3-Diabetes werden verschiedene Formen von Diabetes zusammengefasst, die durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden können. Zu Diabetes Typ 3 zählen im Wesentlichen die Arten von Diabetes, die sich nicht eindeutig Typ-1- oder Typ-2-Diabetes zuordnen lassen, wie z.B. MODY-Diabetes (Maturity Onset Diabetes of the Young) oder LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults) – um nur zwei von ihnen zu nennen. Eine offiziell anerkannte Bezeichnung ist Typ-3-Diabetes allerdings nicht. Als Auslöser für Typ-3-Diabetes sind beispielsweise Hormonstörungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Virusinfektionen, genetische Defekte oder bestimmte Medikamente zu nennen. Aber auch Alkoholmissbrauch kann Diabetes auslösen. Hinsichtlich der Symptome und der Behandlung unterscheiden sich diese Sonderformen des Diabetes meist nicht von den beiden anderen.

Ein gesunder Lebensstil wirkt gegen Typ-2-Diabetes

Im Gegensatz zu anderen Diabetesformen, wie beispielsweise Typ-1-Diabetes, der nur mit von außen zugeführtem Insulin in Schach gehalten werden kann, ist es bei Typ-2-Diabetes möglich mit einem aktiven Lebensstil entgegenzuwirken. Die Lebensstilveränderung der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass längst nicht mehr nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche an Typ-2-Diabetes erkranken. Denn Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen die Entstehung. Auch das metabolische Syndrom kann zu Diabetes führen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus starkem Übergewicht, Bluthochdruck sowie einem gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel.

Die gute Nachricht: All diese Faktoren können durch eine gesunde Lebensweise in Form von vitaminreicher sowie fett- und zuckerarmer Ernährung und viel Bewegung aktiv beeinflusst werden. Das ist selbst dann noch möglich, wenn die Funktion der insulinproduzierenden Zellen bereits deutlich nachgelassen hat.

Doch es gibt auch Faktoren, die nicht beeinflussbar sind. Denn das Alter und Vererbung beziehungsweise eine genetische Veranlagung spielen bei Typ-2-Diabetes ebenfalls eine Rolle. Gibt es in der Familie Fälle von Diabetes, sollten Sie also besonders auf ein gesundes Leben achten, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Symptome und Folgen von Diabetes: Von trockener Haut bis Herzinfarkt

Zu Anfang kommt es bei Diabetes oftmals zu keinerlei Symptomatik. Typ-2-Diabetes beispielsweise entwickelt sich langsam und schleichend und ruft daher oft lange keine spezifischen Symptome hervor, obwohl der Körper bereits geschädigt wird. Ähnlich verhält es sich mit Typ-1-Diabetes, da nicht von Anfang an alle insulinproduzierenden Zellen zerstört sind und die übrigen, noch intakten Zellen, die Aufgabe zumindest zeitweise übernehmen. Teilweise vergehen daher einige Jahre bevor die Erkrankung überhaupt erst diagnostiziert wird. Treten dann erste Symptome auf, lassen sich diese häufig nicht unmittelbar zuzuordnen. Dennoch gibt es Anzeichen, bei denen man an Diabetes denken sollte.

Typisch sind zum Beispiel häufiger Harndrang, da der Körper so versucht, den überschüssigen Zucker auszuscheiden. Auch extremer Durst kann eine Folge sein, um den Wassermangel auszugleichen. Ebenfalls zu beobachten ist, dass Wunden oft schlechter verheilen, was auf Durchblutungsstörungen zurückzuführen ist. Weitere Symptome sind Schlaffheit sowie trockene und juckende Haut und Gewichtsverlust. Da bei Diabetes außerdem das Abwehrsystem geschwächt ist, sind Diabetiker anfälliger für Infektionskrankheiten. Manchmal kann es auch zu Sehstörungen und Muskelkrämpfen kommen.

Bei Typ-1-Diabetes kann außerdem ein Azetongeruch im Atem wahrgenommen werden (ähnlich dem Geruch von überreifem Obst), da der Körper mangels Zucker Fettzellen abbaut. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da der Azetongeruch ein Zeichen starken Insulinmangels ist, was im äußersten Fall in einem diabetischen Koma enden kann.

Neben den Symptomen, die in direkter Verbindung mit Diabetes stehen, kommen auch indirekte Symptome vor, die in Folge einer Vielzahl an Folgeerkrankungen entstehen können. Diese lassen sich vor allem auf die Schädigung von Arterien und Nerven zurückzuführen. Wird die Diabetes nicht behandelt, können beispielsweise diese Erkrankungen auftreten:

  • Erblindung
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Nervenschäden
  • Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen
  • Diabetischer Fuß mit der Notwendigkeit einer Amputation

Je früher die Erkrankung erkannt wird, umso besser können diese Folgen durch eine geeignete Therapie vermieden werden.

Ausgezeichnete Apps für den Umgang mit Diabetes

Um die Diabetes Therapie und seine unterschiedlichen Bestandteile, wie die regelmäßige Blutzuckermessung oder die Einnahme von Medikamenten, optimal in den Alltag einbinden zu können, existieren zahlreiche Apps. Die besten von ihnen wurden mit einem Gütesiegel, dem DiaDigital Siegel, ausgezeichnet. Dieses wurde von der DiaDigital AG, einem Zusammenschluss aus DDG, VDBD, diabetesDE und DDH-M an Apps vergeben, die digitale Therapieunterstützung auf höchstem Niveau bieten.

Dazu gehört unter anderem die ausgezeichnete App MyTherapy. Diese erinnert an Medikamente wie Metformin und die Gabe von Insulin. Auch an die regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte wird erinnert. Diese können mit Hilfe der App dokumentiert und in Form eines druckbaren Blutzuckerberichts für den Arzt wiedergegeben werden. Darüber hinaus können auch diverse Symptome im integrierten Symtomtagebuch festgehalten werden. Dieser Überblick ist besonders für die unspezifischen Symptome bei Diabetes eine wertvolle Unterstützung. SiDiary – ebenfalls mit dem DiaDigital Siegel ausgezeichnet – ist ein Diabetes Tagebuch, in dem die Therapie aufgezeichnet und der Erfolg gemessen werden kann. Eine App, die sich nicht mit Medikamenten, sondern mit dem Essen befasst, ist der Broteinheiten Rechner. Wie der Name bereits verrät handelt es sich bei dieser App um einen Rechner zur Schätzung von Broteinheiten bzw. Kohlenhydrateinheiten. Mit der App können Lebensmittel nach Hersteller und Nährwert sortiert werden, sodass Diabetiker sich schnell einen Überblick über tausende von Lebensmitteln verschaffen und ihre Ernährung gesund und trotzdem abwechslungsreich gestalten können. Eine weitere ausgezeichnete App aus dem Bereich Ernährung ist die App NutriCheck. Dabei handelt es sich um eine Nährwertübersicht für zahlreiche Lebensmittel inklusive Portionsmengenrechner. Auch ein Mahlzeitenplaner ist mit an Bord. In der Diabetes-Therapie ebenfalls nicht fehlen sollte die Erfassung von diversen Messwerten. Auch hierfür existiert mit Omnitest Diabetes Tagebuch eine passende, ebenfalls mit dem Gütesiegel, ausgezeichnete App, die nicht nur Blutzuckermesswerte, sondern auch Gewicht und Blutdruck dokumentiert und auch grafisch aufzeichnet.

Hilfreiche Organisationen und Vereine

Wer die Diagnose Diabetes erhält, hat oft das Bedürfnis, sich mit anderen auszutauschen und möchte sich nicht nur bei seinem Arzt informieren. Oft sind lange Gespräche angebracht, die über die bloße Information hinausgehen. Viele Organisationen haben sich der Aufklärung und Unterstützung bei Diabetes verschrieben. Hier finden Menschen mit Diabetes Hilfe und Ansprechpartner, mit denen sie über die Therapie, den Verlauf der Erkrankung, ihre Symptome und auch ihr psychisches Wohlbefinden sprechen können:

Bei diesen Anlaufstellen können Sie sich online und vor Ort darüber informieren, wie Sie Ihr Leben mit Diabetes aktiv gestalten können. Denn auch mit Diabetes ist ein unabhängiges und normales Leben möglich.


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