Psoriasis oder Psoriatische Arthritis: Was unterscheidet die beiden Diagnosen?

Welche Symptome zeigt die Psoriasis-Arthritis und woran erkenne ich, dass es keine gewöhnliche Schuppenflechte ist?

Bradley
Bradley
26. Juli 2021
Frau treibt mit geschlossenen Augen entspannt im Wasser eines Swimmingpools. Titelbild zum Artikel über Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Die Sprache der Ärzte und medizi­nischen Fachkräfte klingt fremd: Krankheiten, die verwandt klingen, sind es nicht und Krankheiten, die völlig unterschiedliche Namen tragen, sind es vielleicht doch. Basierend auf den Namen der Erkrankungen Psoriasis bzw. Psoriasis-Arthritis könnten wir annehmen, dass ein Zusammenhang besteht – und das stimmt auch! Wir klären heute auf, wo die Gemeinsam­keiten und Unterschiede liegen.

Wenn bei Ihnen oder einem Ihrer Angehörigen eine der beiden Erkrankungen diagnostiziert wurde, fragen Sie sich wahrschein­lich nach dem Zusammen­hang zwischen Psoriasis bzw. Psoriasis-Arthritis. Die Unter­scheidung ist wichtig – besonders im Hinblick auf die Behandlung. Für diesen Blog-Beitrag haben wir aufge­schlüsselt, welche Unter­schiede und Gemein­samkeiten diese zwei Diagnosen mit sich bringen.

Was verbindet Psoriasis und Psoriasis-Arthritis?

Der Ursprung aller Symptome beider Krankheits­bilder (sowohl der Psoriasis als auch Psoriasis-Arthritis) ist eine Entzündung. Diese Entzündung wird dadurch verursacht, dass das Immun­system Zellen angreift, die es normaler­weise nicht angreifen würde oder sollte. Da beide Erkran­kungen durch Probleme mit dem Immun­system verursacht werden, wird bei etwa einem von drei Menschen, bei denen Psoriasis diagnos­tiziert wird, auch Psoriasis-Arthritis diagnostiziert.

Beide Erkrankungen verlaufen chronisch und in Schüben. Die Symptome gleichen sich: Menschen mit Psoriasis weisen an unterschiedlichen Stellen der Haut klar umgrenzte rote Flecken mit weißlichen oder silbrigen Schuppen darauf.

Es ist nicht eindeutig nachge­wiesen, dass die Psoriasis (Schuppen­flechte) eine Ursache für Psoriasis-Arthritis ist, aber sie gilt als ein großer Risiko­faktor, da sie auf ein bereits geschwächtes Immun­system hinweist. Leider sind Ärzte in der Regel nicht in der Lage zu bestim­men, wer genau infolge einer Schuppen­flechte eine psoriatische Arthritis ent­wickeln könnte, doch Menschen mit schwerer Psoriasis bergen möglicher­weise ein tendenziell höheres Risiko.

Ein weiterer Punkt, in dem die beiden Diagnosen überein­stimmen: das Auftreten von Psoriasis und Psoriasis-Arthritis scheint durch genetische Faktoren zusammen­zuhängen. Diese Theorie ist jedoch nicht aus­reichend erforscht und geht größtenteils auf Beobach­tungen zurück. Man hat herausge­funden, dass etwa 40% der Menschen mit Psoriasis-Arthritis Verwandte mit Schuppenflechte haben.

Was unterscheidet Psoriasis und psoriatische Arthritis voneinander?

Bei der Psoriasis-Arthritis geht die Hautent­zündung durch die Schuppen­flechte meist auf die Gelenke über und kann schmerzhafte Schwellungen oder eine Beein­trächtigung der Bewegungs­fähigkeit hervorrufen. Durch die Symp­tome der Psoriasis-Arthritis unter­scheidet man verschiedene Ausprä­gungen der Erkrankung:

  • Den axialen Typ psoriatischer Arthritis: Hier treten die Entzündungen an der Wirbelsäule und an den Gelenken des Beckens auf. Bemerkbar machen sich diese Symp­tome meist durch steifere Gelenke. Diese Form der Psoriasis-Arthritis ist die seltenste.
  • Den peripher asymmetrischen Typ psoriatischer Arthritis: Die Anzeichen dieses Typs lassen oft auf eine Rheuma- oder Gicht-Erkrankung schließen, da meist Finger- und Zehengelenke ent­zündliche Symp­tome aufweisen.
  • Den peripher symmetrischen Typ psoriatischer Arthritis: Symptome treten hier an größeren Gelenken auf (Sprungelenke, Knie, Schlüsselbein etc.) – allerdings gehört diese Ausprä­gung auch zu den selteneren Formen der Psoriasis-Arthritis. Der Name „symmetrischer Typ“ weist auf eine interes­sante Erscheinung der Entzündungs­reaktionen hin: Die Anzeichen für die Psoriasis erscheinen symme­trisch bzw. beidseitig (z.B. am rechten und linken Sprungelenk).

Die Psoriasis oder Schuppenflechte zeigt dagegen ausschließlich äußer­lich gut identifizierbare Symptome. Die Hautentzün­dungen sind rötlich, lassen sich klar abgrenzen und sind meist von silbrigen Schuppen bedeckt (daher der deutsche Name). Oft verspüren Menschen mit Schuppen­flechte an diesen Stellen einen Juckreiz.

Ein weiterer großer Unter­schied zwischen Psoriasis und Psoriasis-Arthritis ist die dauer­hafte Auswir­kung auf die betroffenen Bereiche. Sobald die Psoriasis-Flecken verschwinden, ist es, als wären sie nie da gewesen, und die Haut kann voll­ständig abheilen. Leider kann Psoriasis-Arthritis, wenn sie nicht recht­zeitig und richtig behan­delt wird, dauer­hafte Schäden an den Gelenken verursachen.

Was Sie bei Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis tun können

Sie haben nun gelernt, dass Schuppen­flechte und Psoriasis-Arthritis viele Gemein­samkeiten teilen. Eine der letzten Verbin­dungen zwischen den Diag­nosen sind Alltags­tipps, die Sie in Ihre Routine ein­bauen können, damit Sie die Auswir­kungen möglicher Schübe bei beiden chronischen Erkrankungen möglichst geringhalten.

Natür­lich ist das Wich­tigste und Effektiv­ste, einen Behand­lung­splan mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin aus­zuarbei­ten, um die richtige Medi­kation zu finden und die Er­kran­kung zu thera­pieren. Doch es gibt Fak­to­ren in Ihrem All­tag, die einen großen Ein­fluss auf Ihre Thera­pie und die Er­schei­nung Ihrer Symp­to­me haben können. Lesen Sie hier, was Sie tun können:

MyTherapy App als Gesundheitstracker bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

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  • Erinnerungs­meldungen speichern
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    • Kon­trollie­ren Sie Stress: Oft­mals kön­nen Ent­zün­dungs­schübe, die zu Symp­tomen führen, mit erhöh­tem Stress in Verbin­dung ge­bracht werden. Stress zu kontrol­lieren ist leich­ter gesagt als getan, aber durch die Identifi­zierung von Auslö­sern können Sie daran arbei­ten, ein stress­freieres Leben zu führen. Ein Gespräch mit einer Person Ihres Vertrau­ens oder einem Thera­peuten kann dabei helfen. Außerdem wird Ihnen ein Symptom-Tage­buch helfen, indem sie regelmäßig Ihr Befinden, Ihre Stimmungen sowie die Dinge eintragen, die Sie erlebt haben. So ein Symptom- oder Stimmungs­tagebuch kann Ihnen dabei helfen, Ihre Stress­faktoren zu identifizieren und zu redu­zieren. Nutzen Sie dafür gerne MyTherapy.
    • Halten Sie ein gesundes Gewicht: Überge­wicht spielt bei der Verschlimmerung der Psoriasis-Arthritis eine größere Rolle als bei der Psoriasis, da es die Gelenke zusätzlich belastet. Dieser Stress kann Entzün­dungen verursachen oder verschlimmern. Wenn Sie nicht sicher sind, wo Sie mit dem Ab­nehmen beginnen sollen, können Sie mit Ihrem Arzt oder einem Ernährungs­berater sprechen. Es gibt Schulungen zum Umgang mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis, die das Thema Ernährung behandeln. Vielleicht sprechen Sie die Idee, an einer solchen teilzu­nehmen, einfach beim nächsten Praxis­besuch an?
    • Ernähren Sie sich gesünder: Der Gewichtsverlust ist nicht der einzige potenzielle Vorteil einer gesün­deren Ernährung. Aber was für Sie gesund ist, ist immer individuell. Bestimmte Lebens­mittel werden mit der Erhöhung oder Verringe­rung von Entzün­dungen in Verbin­dung gebracht. Indem Sie den Verzehr dieser Lebens­mittel kontrollieren, können Sie Ihre Entzündung besser in den Griff bekommen. Klicken Sie hier, um eine Liste einiger Lebens­mittel zu erhalten, die Entzün­dungen verstärken oder verringern können. Für Menschen mit Psoriasis empfiehlt sich oft eine sogenannte „Mittel­meerdiät“ – eine Ernährung auf Basis von Fisch und Ölen mit Omega-3-Fett­säuren und auf der Grund­lage von Obst und Gemüse.
    • Bleiben Sie körperlich aktiv: Regelmäßige Bewegung (selbst ein einfacher Spaziergang) kann dazu beitragen, dass die Gelenke nicht steif werden. Eine der besten Low-Impact-Übungen für Menschen mit Psoriasis-Arthritis ist Schwim­men, da es das Risiko reduziert, einen Schub durch Überbe­anspruchung auszu­lösen, aber die Vorteile einer strengen körper­lichen Aktivität bietet.
    • Schützen Sie sich vor der Sonne: UV-Strahlung kann zu einer Verschlech­terung Ihrer Symp­tome führen. Schützen Sie sich also draußen unbe­dingt vor direkter Sonnen­einstrahlung, indem Sie Sonnen­creme auftragen und sich für längere, luftige Kleidung ent­scheiden. Genießen Sie Ihren Tag im Freien!

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